Programm für Samstag

9 Uhr: Yoga

ab 10 Uhr: Frühstück

11 Uhr: Was erwarte ich vom Studium?
(Offenes Forum im Hörsaal 25)

14 Uhr: Mittagessen (VoKü)

15 Uhr: Bachelor / Master
(Workshop in kleinen Gruppen im Foyer)

17 Uhr: Elite und Exzellenzinitiative
(Workshop in kleinen Gruppen im Foyer)

20 Uhr: Plenum

22 Uhr: Moe Drifters
(Blues Folk Rock)

Aus dem Dschungel in den Dschungel

Hab heute auch meine alte Unistadt besucht und daran gedacht wie das so war. Ja wie das war…

Ja wie war denn das? Da war doch was, ach ja. Ich hab daran gedacht wie ich damals ganz unerschrockend und zielstrebig in die Schweiz einmarschiert bin. Als Deutscher. Zumindest wurde das von vielen schweizer Kommelitonen so aufgefasst, schätze ich. Auf jeden Fall saß ich im Trämli und dachte über Sprachschwierigkeiten nach und wie schwer es mir viel an Gesprächen, die auf Schweizerdeutsch geführt wurden, wie es in einem Großteil der SCHWEIZ ja der Fall ist, teilzunehmen. Ich war ja der Deutsche.

Und die Schweizer kennen uns Deutsche. Wir sind eingebildet, egoistisch und reden auch am liebsten über uns selbst. Das wüssten sie als Schweizer ja nur zu Gut. Schweizer sind ja weltoffen. In der Schweiz blüht der Kunstmarkt und der Tourismus. Aber wir Deutschen…wir sind ja, auch wenn wir versuchen es zu verbergen, immernoch behaftet.

Eingeklemmt zwischen schrecklicher Vergangenheit und zu großer wirtschaftlicher Macht.

Nur weil wir größer sind.

Mehr Einwohner haben.

Ausserdem sprechen wir ja “Hochdeutsch”. Hooooooooochdeutsch. Wehe du zwingst einen echten Schweizer zum Hochdeutsch sprechen. Freiwillig, ok. Aber sonst ist es ja unsere Sprache. Jaja, sie kennen uns gut die Schweizer. Vor allem in Basel. Direkt an der Grenze. Ja da hat man ja sowieso oft mit Deutschen zu tun. Der Übergang zwischen Lörrach und Basel ist fliessend. Sogar die Grenze, nein, die gibt es nur noch auf der Karte und mitten im Wohngebiet, wo ein Schild auf Zollkontrollen hinweist. Da kennt man uns. Wir sind ja überall. Wir deutschen.

So fühlt man sich, wenn eine ältere Schweizerdame fragt “Sie sin aber nüet vo do, oder?” , nachdem man sie nach der Uhrzeit gefragt hat. 20 Minuten später liest man in eine typischen, kostenlosen hier nicht konkret benannten schweizer Zeitung über die vielen Deutschen in der Schweiz. Berechtigt?

Ich weiss es nicht. Ich studiere jetzt in Tübingen. Ein Freund von mir wurde eindeutig als Badner identifiziert und darauf als Gelbfüessler beschimpft.

Als hätten wir nicht schon genug Probleme in diesem Land. Darf ein Badner nicht mitten in Tübingen ein Gelbes T-Shirt, mit roten Streifen tragen auf dem in grossen Buchstaben steht: BADEN?

Die FDP koalliert ja jetzt auch mit der CDU. Und die Grünen arbeiten mit den Linken zusammen. Und wo bleibt die SPD? Die SPD wollte ja nicht, muss aber. Die Sozis müssen jetzt. Das haben sie von der Krise. Genau. Nach Jahrzenten schwarzer Regierung hatten sie mal ihre Chance. Und? Was hat es gebracht? Die Krise. Und ROT ist Schuld.

Gut vielleicht waren die Grünen auch dabei, aber ROT ist SCHULD. Darum gehen jetzt die Firmen bankrott. Arbeiter werden entlassen. ENT-LASS-EN! Hunderte, nein, Tausende und dann diese Arbeitslosenzahlen. Aber das liebe Deutschland denkt ja mit. Genau.

Aus der Weltfinanzkrise, verursacht von einem Konglomerat aus greisen Pokerclubs in schwarzen Anzügen, die gerne auchmal grinsend Mercedes (nicht OPEL) fahren und am liebsten FDP und CDU wählen, hilft nur? Genau!

Den Folgen des Neoliberalismus hilft nur…ähm…

mehr Neoliberalismus!?

Denken zumindest 48,4 % der deutschen Wähler.

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Was man so alles kann…

Eine Ameise kann bis das 60-fache ihres Körpergewichtes tragen.  Das Summen eines Bienenschwarms schlägt selbst den größten Elefanten in die Flucht. Tigerpythons können bis zu einem Jahr ohne Nahrung auskommen.

Und ich? Ich habe heute eine alte Freundin getroffen und mich nach Monaten der Abwesenheit besser mit ihr verstanden als je zuvor.

Gute Freunde sind wie Sterne. Man kann sie nicht immer sehen, aber sie sind immer für einen da.

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Uninteressant

Ein Kind zeugen gelingt nahezu jedem. Ein Kind grossziehen ist machbar. Einem Kind jedoch das Gefühl zu geben es hätte eine Berechtigung, eine Bestimmung auf dieser Welt zu sein, ihm zu zeigen, dass es gewollt ist, dass es die Erwartugen erfüllt, das ist kein Kinderspiel. Was passiert mit Kindern, die dieses Gefühl nicht erhalten oder lernen können? Was denken sie über ihre Eltern? Es kann nichts Gutes dabei rum kommen.

Meine Mutter meinte, ich solle doch endlich aufhören darüber zu reden. Meinen Vater hat das nicht interessiert.

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Wahlsonntag

Habe am Wochenende mein Zimmer in Tübingen wiederhergestellt. Es war ein Saustall. Jetzt ist es rot und grün. Alle finden es gewagt. Ich erkenne allerdings keine Motivation warum mein Zimmer das sein wollte. Rot-Grün gab es schon mal. Hat nicht funktioniert. Schwarz-Gelb gab es auch schon mal. Hat auch nicht funktioniert. Wo ist also der Unterschied? Ganz Deutschland gibt sich überrascht. Haben wir das nicht schon vorher gewusst? Wozu dann die Überraschung? Ich habe auch gewählt. Allerdings mehr aus Pflichtbewusstsein als aus dem Gefühl heraus etwas ändern zu können. Mein Zimmer bleibt wie es ist. Es hat nur andere Farben.

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Ein guter Ort…

…zum Sterben, dachte er. Er stand auf einer Wiese unter einer großen Eiche und blickte ins grüne Tal, das langsam von Dunkelheit überzogen wurde. Wie eine zähe Flüssigkeit kroch sie von oben herab. Nur der Horizont war in gleissendes rotes Licht getaucht. Von dort hielten sich die letzten Sonnenstrahlen an den Wäldern fest, bis sie von einer grauen Wolkendecke mitgerissen wurden.

Der Wind, der sein Haar zerzauste war frisch und kühl. Ein Vorbote des Winters. Als auch der letzte Rest Sonne verschwunden war, steckte er die Hände in die Taschen seiner schwarzen Jacke und machte sich in diesem schummrigen Licht auf den Heimweg.

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